Tagung 29.2.2020 – Der Angriff auf die Ostsee durch den Tunnel

29.2.2020 – Fährschiff auf dem Belt – Treffen 12:00
Landgang zur Fähre

Anmeldung per mail erforderlich
info@stop-fehmarnbelttunnel.de

Ein Tag im Konferenzbereich auf einer Scandlines-Fähre führt uns in die streng geschützten Bereiche der Riffe und Unterwasserdünen mit ihrer reichhaltigen Flora und Fauna des empfindlichen Ostseebiotops. Betriebslärm, Freisetzung eingelagerter Kampfstoffe und deren hochgiftige Bestandteile, Eintrübung und Sedimentverdiftung während der jahrelangen Baggerarbeiten lassen erwarten, dass der überwiegende Teil des Lebens im Fehmarnbelt absterben wird. Zudem ist der Fehmarnbelt die Kinderstube des Schweinswals. Der einzigen Walart, die in der Ostsee zu Hause ist – und die weltweit durch das internationale Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt wird, da der Schweinswal auf der roten Liste steht.

Berichtet wird weiterhin über Veränderungen von Strömungsverhältnissen und eine Bedrohung für den existentiellen Wasseraustausch zwischen Nord- und Ostsee, für den der Belt das wichtigste Meergebiet ist. Begleitend kommt ein  erhöhtes  Risiko von Kollisionen und Havarien im Nadelöhr Fehmarnbelt hinzu.

Es gibt jedoch alternative, ökologische und vor allem flexible Verkehrsmodelle.
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Themen in „Der Angriff auf die Ostsee“ – 29.2.2020 – Fährfahrten Puttgarden-Rödby – Konferenzsaal

12.45-12.50    Begrüßung

12.50-13:45    Die Ostsee in höchster Gefahr.
Dagmar Struß, stellvertretende Landesvorsitzende des NaBu Schleswig-Holstein sowie Leiterin der NaBu Landesstelle Schweinswalschutz.

Einordnung bestehender Belastungen: Beeinträchtigung und Zerstörung der Lebensräume, Stellnetze, Überdüngung, Lärm, Überfischung, Schadstoffe, Munition.

Einmalig – die Riffs im Belt: Artenreichtum, Schutz des Flora Fauna Habitats (FFH), gefährdete Arten. Tödliche Belastung durch Bau und Betrieb eines Absenktunnels: Angeln verboten – baggern erlaubt?

13.45-14:40    Schweinswal & Co. Zerstörung der Lebensräume für gefährdete Meeressäuger
Dagmar Struß über den Zustand des Schweinswals.

Existenzbedrohung der Tiere durch Unterwasserlärm, wie z.B. Sprengungen, Baggerarbeiten, Baustellenverkehre.
Der Fehmarn Belt ist die Kinderstube des Schweinswals. Es ist die einzige Walart, die in der Ostsee zu Hause ist – und weltweit vom Aussterben bedroht. Deshalb ist er in allen Meeren durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Eigentlich!

14.40-14.50    kurze Pause

14.50-15.20    Die Ostsee aus Sicht der Fischerei
Gunnar Gehrt Hansen, Fisher auf Fehmarn.

Die EU Wasserrahmenrichtlinie – soll seit 2015 dafür sorgen, alle Flüsse, Seen, das Grundwasser und die Küstengewässer in einen qualitativ guten Zustand zu versetzen. Wie passt eine Unterwasserbaumaßnahme in diese Richtlinie?

Die Folgen der Sedimentierung durch den Bau und die Konsequenzen aus dem verringerten Salzwasserzufluss durch den Tunnel für das Ökosystem Ostsee und die Fischbestände als Wirtschaftszweig.

15.20-15.50    Die Meer-Enge Fehmarn Belt aus Sicht der Berufsschiffart
Fährkapitän Johannes Wasmuth

Unkalkulierbare Havarie-Risiken während der Bauzeit: Der Fährverkehr läuft im Halbstundentakt vertikal über die Meerenge. Der Frachtschiffsverkehr läuft horizontal über den Kiel-Ostsee-Weg. Der Baustellen-Verkehr für den Tunnel läuft auf ca. 100 km Breite querbeet. 24 Stunden, 365 Tage im Jahr.

15.50-16.00    Exkurs: Flexibles Verkehrssystem Fähre VS Betonpiste und CO2-Explosion Tunnel
Kurze Faktenpräsentation durch Bodo Gehrke und Stepan Pries

16.10-16.30    Steigender Meeresspiegel und Kommunale Lasten
Regionalmanager Fehmarn Jürgen Zuch

Mängel in der bestehenden Planung der Vorhabensträger in Bezug auf tatsächlich eintretende Veränderungen.

Unverhältnismäßige Belastung der Insel Fehmarn durch die Baustelle verbunden mit Wertverlust und Reduktion der kommunalen Eigenständigkeit